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  • Magdalena Reith

Das Pitch Deck: Aufbau, Inhalt, Beispiele

Aktualisiert: 3. Mai 2022

Pitch Decks sind das A&O in der Startup Welt. Und das zurecht: Ein Pitch Deck ist die Visitenkarte deines Unternehmens und erklärt kurz und knapp alles, was man dazu wissen muss.


Die Zielgruppe kann hierbei variieren: Während das klassische Pitch Deck auf Investoren ausgerichtet ist, kann es auch als Informationsgrundlage für potentielle Partner, Co-Founder, Zulieferer und Kunden dienen.


Hierbei gilt: Das perfekte Pitchdeck aka One-size-fits-all gibt es nicht.

Wenngleich es durchaus hilfreich ist, ein Grundgerüst zu haben, sollte jede Unternehmenspräsentation individuell auf die jeweilige Zielgruppe angepasst sein, das Verständnislevel aufgreifen und den richtigen Fokus legen.


Nehmen wir einmal das klassische Beispiel der Investorenpräsentation: Weniger als 1 % aller Unternehmer schaffen es, finanziert zu werden. Das heißt, der erste Eindruck zählt und muss sitzen! Wir erklären dir nachfolgend, was ein Pitch Deck eigentlich genau ist und geben dir die Tools, die du benötigst, um dein Pitch Deck optimal vorzubereiten.


Weniger als 1 % aller Unternehmer schaffen es, finanziert zu werden. Das heißt, der erste Eindruck zählt und muss sitzen!

Das Pitch Deck – die Visitenkarte deines Unternehmens


Ein Pitchdeck (aka Pitch Deck, Pitch Präsentation, Investor Deck, Startup Deck) ist eine kurze, prägnante Präsentation, die Start-Up Gründer und Unternehmer erstellen. Diese Präsentation soll verschiedenen Stakeholdern, wie zum Beispiel Investoren, einen detaillierten Überblick über dein Unternehmen verschaffen.


Denk immer daran – dein Gegenüber ist nicht so tief in der Thematik wie du und hört deine Idee zum ersten Mal. Dementsprechend leicht verständlich müssen auch komplexe Inhalte aufbereitet werden.


Bedenke zudem: Der gestalterische Aspekt ist ebenfalls wichtig! Stell dir vor du bist selbst Investor und hast am Tag 10 neue Pitch Decks auf deinem Schreibtisch liegen. Ein gutes Design mit sinnvollen Graphik erhöht nicht nur das Verständnis sondern ist auch deutlich angenehmer anzusehen.


Wenn jemand die Visitenkarte seines „Business Baby’s“ einfach lieblos hinblättert, sagt das viel über die Person und ihre Motivation aus - und das nicht im Positiven.


Die Verwendung deines Pitch Decks


Bevor du deine Präsentation baust, denk vorher darüber nach, wie deine Zielgruppe die Inhalte erhält. Hast du vor, das Deck hinaus in die Welt zu schicken, und dir dadurch Interessenten zu sichern? Dann macht es durchaus Sinn, etwas mehr Text einzubinden – deine Präsentation muss schließlich auch ohne Tonspur klar verständlich sein.


Hast du ein Face-to-face Gespräch vor dir, bei dem du eine visuelle Unterstützung benötigst? Dann ist es empfehlenswert, sehr wenig Text auf den einzelnen Slides zu haben und lieber ein paar mehr Folien zu verwenden.


Weiterhin gilt: Ein 3 Minuten Pitch kann unmöglich die gleiche Anzahl an Slides haben, wie ein 20 Minuten Pitch! Es kann also Sinn machen, verschiedene Varianten eines Decks zu haben, je nach Setting und Umfang.


Tipp: Fange mit einem längeren Read-Deck an und kürze systematisch. (z.B. durch Entfernen des Beschreibungstextes unter Icons, so dass nur noch die Iconüberschrift bleibt)

Empfohlener Aufbau deines Pitch Decks


Hinweis: Bevor du unsere Tipps zur Struktur eines Pitch Decks beherzigst, beachte Folgendes: Unser Rat sollte lediglich als Wegweiser dienen, und dir Orientierung zu verschaffen. Hierzu haben wir ein Deck beispielhaft aufgeführt. Es handelt sich dabei um eine fiktive Marke, die rein zu Demozwecken aufgeführt wird.


Es gibt keine Reihenfolge, die du bei der Erstellung deines Pitchdecks „blind“ befolgen musst. Das Pitch Deck von Airbnb und LinkedIn könnte z.B. kaum unterschiedlicher aussehen, dennoch waren sie beide erfolgreich. Versuche die Wortwahl, das Design und die Reihenfolge deiner Slides an dein Publikum, der Thematik und deiner Marke anzupassen.


Am Ende des Tages erzählst du deine individuelle Geschichte. Hierfür hast du viel Spielraum, um kreativ zu werden und die Identität deiner Marke, sowie deine eigene Persönlichkeit zu kommunizieren.



Slide 1: Das Deckblatt


Die Titel-Slide sollte Folgendes enthalten:


● Name und Logo deines Startups

● Einen aussagekräftigen und konkreten Slogan

● Starkes Visual, das die Thematik einleitet


Am besten wählst du ein Bild und Design, das sofort den Ton für die Präsentation angibt. Je einfacher es ist, dein Konzept auf Anhieb zu erfassen, desto besser!


Die Slide ist der allererste Kontaktpunkt mit deinem Publikum und aufgrund ihrer „Inhaltsarmheit“ eine perfekt Gelegenheit, visuell auszuholen.






Slide 2: Vision und Mission


Diese Slide ermöglicht es dir, einen leichten Einstieg zu schaffen und die Investoren kurz und knackig über die Mission und Vision deines Unternehmens aufzuklären.


Achtung Verwechslungsgefahr: Dein Vision-Statement informiert über die langfristig erhoffte Position deines Start-ups und ist zukunftsorientiert. Dein Mission-Statement erläutert das Geschäft, deine Ziele und Vorgehensweise.


Beide können (und sollten) sehr prägnant sein. Oft reicht ein Satz pro Statement völlig aus.





Slide 3: Das Problem / die „Opportunity“


Diese Slide ist unfassbar wichtig, erhält aber oft nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Ganz nach dem Motto: Nur weil du ein Problem hast, hat nicht jeder das Problem.


Das kann zwar so sein (gerade bei allbekannten Themen wie Meetings), ist oft aber nicht der Fall. Besonders wenn dein Produkt eine ganz bestimmte Industrie anspricht. Auch wenn für dich, als Mitbegründer, die Probleme, die durch dein Produkt oder deiner Dienstleistung gelöst werden, offensichtlich sein mögen, kannst du das nicht von deinem Publikum erwarten!


Stelle sicher, dass du die „Pain Points“ einer bestimmten Zielgruppe klar erklärst – manchmal ist hierfür auch eine Einleitung zur aktuellen Marktsituation nötig.


Wenn du es nicht schaffst, die Leute hier richtig abzuholen, ist der Rest deiner Präsentation quasi nutzlos. Nutze die Slide ebenfalls, um vom fundamentalen Potenzial deiner Ideen zu überzeugen.





Slide 4: Deine Lösung


Endlich geht es um deine Idee! Da du dein Publikum mit der Problembeschreibung „aufgewärmt“ hast, kannst du nun die Lösung zu diesem Problem aufzeigen.


Vorsicht, nicht zu detailliert: Hier solltest du (noch) auf konkrete Daten, Funktionen und technische Details verzichten und lediglich „High-Level“ beschreiben, wie du die zuvor erwähnten Probleme gewinnbringend lösen könntest.


Tipp: Wenn die Lösung des Problems etwas komplexer ist und mehrere Schritte enthält, kannst du auch Demo-Videos oder Infographiken einbauen, anstatt dein Publikum mit mehreren Paragraphen zu langweilen.





Slide 5: Das Produkt


In dieser Slide deines Pitch Decks kannst du mehr ins Detail gehen und über die Funktionsweise deines Produktes informieren. Stelle die wichtigsten Merkmale und Funktionen deines Produktes vor und prüfe, ob diese den USP deines Start-ups bestätigen.


Du hast bereits einen Proof-of-Concept, in der Form eines Mock-ups oder ersten Benutzeroberfläche?


Zeig es uns!




Slide 6: Wie es funktioniert/ „The underlying Magic“


Diese Slide zeigt die Value Chain/das Backe-end/ die Technologie deines Geschäfts und ist stark branchenabhängig.


Wenn du ein Tech-Produkt hast, kannst du die Investoren von deinem ausgeklügelten Backend begeistern. Wenn du einen Service anbietest, ist es zum Beispiel eine Option, den Customer Journey deiner potenziellen Kunden visualisieren.





Slide 7: Das Marktpotenzial


Zeit, ein bisschen „FOMO“ (Fear-of-missing-out) zu schüren! Eine der schwierigsten, gleichzeitig aber auch wichtigsten Folien. Jetzt geht es darum zu zeigen, dass deine Idee Potential hat, viel Geld einzubringen.


Ein bekanntes und beliebtes Konzept ist das TAM, SAM & SOM System, welches es dir ermöglicht, sowohl das Big Picture als auch den konkret erfassbaren Markt darzustellen.


Wichtig: Wenn du Statistiken verwendest, gib deine Quelle an!


Oft findet man nicht die exakten Daten, aber keine Sorge: Du kannst auch ruhig eigene Prognosen und Hochrechnungen präsentieren.


Unabhängig davon wie optimistisch diese sein mögen, wirken sie besonders glaubhaft, wenn du die Annahmen und den Rechenweg dieser Zahlen hinzufügst und bei Bedarf erläutern kannst. Es kann auch Sinn machen, hier (oder auf einer Extra Folie vorab) deine Zielgruppe zu skizzieren. Auch hier gilt: Sei konkret!





Slide 8: Dein Wettbewerbsvorteil / der USP


Stelle sicher, dass du den Investoren zeigst, wie du dich mit deinem Produkt abhebst! Und denk daran, diese Slide kann sowohl direkt als auch indirekte Wettbewerber enthalten.


Ein Beispiel: Du bringst ein neues Kaffeeprodukt raus – neben anderen Kaffeemarken sind auch stark koffeinhaltige Tees oder Energy Drinks mögliche Substitute. Falls es also noch kein vergleichbares Produkt auf dem Markt gibt, „Think-outside-the-box“ und erkläre, wie du dein Produkt vor Kopien bewahren kannst.





Slide 9: Dein Geschäftsmodell


Da du nun das Potenzial deiner Idee veranschaulicht hast, geht es jetzt um die Monetisierung deiner Idee.


Wie wird dein Startup Geld verdienen? Es gibt unzählige Business Modelle und Vertriebskanäle. Online Verkauf? Retail Verkauf? Abonnement? SaaS? Paar?


Womöglich gibt es sogar mehrere Einkommensquellen für dein Startup. In diesem Fall solltest du dich nur auf die Wesentlichsten konzentrieren, um eine klare Herangehensweise zu untermauern und nicht den Eindruck eines „Bauchladens“ zu erwecken.


Du kannst im Gespräch immer noch auf weitere potentielle Einkommensquellen verweisen. Stell sicher, dass du hier zeigst, wer dein zahlender Kunde ist! Das muss nicht immer der Endkunde sein, insbesondere bei B2B2C Modellen.




Slide 10: Go-to-Market und Kundenakquise


Nachdem du nun deinen Markt quantifiziert und deine Einkommensquellen erwähnt hast, ist es an der Zeit, deinen Investoren zu sagen, wie du den Markt erobern wirst!


Wie erreichst du deine ersten Kunden? Hast du bereits Konkurrenzrecherchen durchgeführt oder potenzielle Kunden befragt? Dann zeig uns die Ergebnisse!


Auch ein Zeitstrahl kann hilfreich sein, um zu zeigen, wie du planst zu skalieren. Welche Vertriebskanäle und Werbung nutzt du? Influencer, TV Werbung, Branchenpartner entlang der Supply Chain?





Slide 11: Das Team


Diese Slide ist ebenfalls unerlässlich und wird leider oft vergessen! Gerade bei Early-Stage Start-ups gilt: Investoren investieren in erster Linie in das Team hinter einer Idee.


Es geht besonders darum, glaubhaft zu verkaufen, dass ihr den passenden Hintergrund und „Biss“ für die Umsetzung habt. Sie wollen folglich nicht nur eine vielversprechende Idee sehen, sondern auch die Gesichter, die hinter dieser Idee stecken.


Nur nicht zu schüchtern! Zeigt, was ihr könnt und warum ihr die Richtigen für das Projekt seid. Die Auflistung deines Teams schafft Transparenz und Glaubhaftigkeit. Ideale Inhalte für deine Team-Slide:


● Portraitfotos

● Rolle im Unternehmen

● Kurze Zusammenfassung der Arbeitserfahrung (Auch eine Collage von Logos bisheriger Arbeitgeber kann hier integriert werden, um Wörter und Platz zu sparen)







Slide 12: Timeline und Traction


Zeig uns deinen Status Quo! Du hast bereits Umsatz und Kunden? Her damit!


Aber keine Sorge: Auch wenn du noch am Anfang stehst und dich erst in Proof-of-Concept- oder Prototyp-Phase befindest, ist eine Timelines Slide eine gute Möglichkeit zu überzeugen.


In diesem Fall macht es Sinn, den Fokus auf die zukünftigen Schritte zu legen und wichtige Meilensteine zu nennen. Das zeigt auch, dass du einen Plan hast!





Slide 13: Finanzen


Hier offenbarst du deine bisherige finanzielle Lage und die Zukunftsaussichten deines Startups. Wenn du im Design versiert bist, hast du hier die Möglichkeit mit diversen Grafiken, deine Statistiken und Daten informativ und lesefreundlich zu präsentieren.


Vermeide folienfüllende Tabellen (den Business Case mit entsprechenden Annahmen hast du aber idealerweise in einem Spreadsheet auf deinem PC) und verwende stattdessen Charts mit Farbkodierung. Zeige die relevantesten finanziellen Themen: Einnahmen, diverse Ausgaben (z. B. Marketing, R&D, etc.), Gewinn und Break-even.


Achtung: Wichtig ist, dass die Finanzen zu deinem Business Model und der Go-to-Market Strategie passen und nicht unrealistisch sind. Vermeide ebenfalls, 5 Jahre im Voraus auf 3 Nachkommastellen zu rechnen und arbeite lieber mit gerundeten Werten.




Slide 14: Der Investitionsbedarf


Jetzt geht es um eure Forderung (Diese Folie macht z.B. nur Sinn wenn die Präsentation wirklich auf Investoren ausgerichtet ist. Wenn du dich in einem anderen Setting befindest, ist eine andere Art von Call-to-Action am Ende sinnvoll. Diese Folie suggeriert den potenziellen Investoren, wie du ihre Geldspritze nutzen wirst. Wichtigste Fragen, die du beantworten solltest:


● Wie viel willst du und wie planst du die Mittelverwendung?

● Optional, je nach Stand der Gespräche (da Diskussionsbedarf): Wie viel Beteiligung bekommen die Investoren dafür?

● Wie hilft dir das Investment den nächsten Meilenstein in deiner Timeline zu erreichen?



Slide 15: Kontakt


Du weißt nie, wer dein Pitch Deck am Ende in der Hand hält. Also nicht vergessen, einen einfachen Kontaktweg herzustellen. E-Mail, Telefonnummer, Website sind ein Muss. Idealerweise hast du einen konkreten Kontakt für da Thema statt einer info@ mail.





Tip: Ich stelle gerne am Anfang eine Art Summary zur Verfügung, welches auf einen Blick zeigt, worum es geht. Ein Beispiel findest du anbei. Diese Folie kann z.B. auch eigenständig verschickt werden.




Geschafft!


Du hast nun eine Art Baukasten vor dir, mit dem du dein Pitchdeck bauen kannst. Und während die Reihenfolge absolut Sinn macht, muss sie nicht zwangsläufig optimal sein.


Oft kann es z.B.empfehlenswert sein, das Team am Anfang zu zeigen. Gerade wenn es komplexe Inhalte erklärt und euer Team einen besonderen Background hat, kann das von Anfang eine ganz andere Wahrnehmung der Idee mit sich bringen.


Tipp: Stell dir vor, du wärst der Investor, Kunde oder potentielle Geschäftspartner. Was würdest du wissen wollen, um dir dein Geld zu geben?

Design und Wortwahl sind nicht dein Ding? Wir übernehmen das gern für dich!


Wie du siehst, sind selbst einfach-wirkende Pitch Decks ausgeklügelte Präsentation, die mit der Psychologie des Publikums spielen, um zu überzeugen.


In den 10 Minuten deines Pitchs kann schnell über Millionenbeträge entschieden werden. Daher solltest du bei der Erstellung deines Pitchdecks keine Abkürzungen und jeden Satz genauestens unter die Lupe nehmen.

Brauchst du Hilfe? Dann melde dich gerne. Wir würden uns freuen, dich bei deiner Präsentation zu unterstützen – ganz egal ob du noch ganz am Anfang bist, einen Feinschliff benötigst, oder lediglich professionelles Feedback suchst.


Wir haben uns auf die Erstellung von Pitch Decks spezialisiert, bieten sowohl Inhaltsarbeit und Design an und wissen, wie wir deinen Input nutzen, um ein Deck so zu individualisieren, dass es die Identität deiner Marke und die Personalität der Mitbegründer widerspiegelt.






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